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Rasenkrankheiten

Halten Sie Ihren Rasen gesund!

Rasenkrankheiten


Wie jeder lebende Organismus kann auch Rasen krank werden. Rasenkrankheiten sind vielfältig, genau wie die Ursachen für Erkrankungen. Hier erfahren Sie alles über Rasenkrankheiten und wie man sie im Vorfeld vermeiden kann…

Rotspitzigkeit:


rasenkrankheit_rotspitzigkeitRotspitzigkeit wird von vielen Rasenbesitzern als Pilzerkrankung der warmen Sommermonate gesehen. Tatsächlich entwickelt sie sich auch verstärkt während feucht-warmer Witterungsperioden. Bei Temperaturen von 16 bis 22 °C und ausreichender Feuchtigkeit ist sogar eine epidemische Ausbreitung möglich. Mittlerweile tritt Rotspitzigkeit auch häufig bereits in den kühleren Monaten auf. Seit ein paar Jahren beobachtet man immer wieder Infektionen in Rasenflächen, sogar in den Herbst- und Wintermonaten. Grund für diese Krankheit ist eine mangelnde Stickstoffversorgung.

Symptome:
Beginnend mit kleinen, diffus verlaufenden Flecken bilden sich schnell bis zu 30 cm Durchmesser große Schadstellen. In ihnen verfärben sich die Gräser strohgelb bis bräunlich. Bei ausreichender Luftfeuchtigkeit bildet sich das charakteristische rote Pilzmyzel.

Vorbeugung und Behandlung:
ausreichende Nährstoffversorgung, bei Befall eine Düngung mit schnell wirkendem Stickstoff und Kali sowie eine gute Belüftung der Rasenflächen und Beseitigung von Filz.


Schneeschimmel:


rasenkrankheit_schneeschimmelAufgrund des Namens könnte man meinen, dass es sich hier um eine Winterkrankheit handelt. Schneeschimmel ist nicht an Schnee gebunden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und kühler Witterung (0-8 °C) kann die Infektion ganzjährig erfolgen. Lediglich Temperaturen unter 0 °C und über 20 °C inaktivieren den Erreger. Bei Temperaturen um 3 °C ist Schneeschimmel der wichtigste Krankheitserreger auf Rasenflächen.

Symptome:
Zu Beginn der Infektion zeigen sich kleine, wässrig-graue Flecken von 4-6 cm Durchmesser. Bei Ausbreitung der Krankheit können bis zu 25 cm Durchmesser erreicht werden, wobei die Flecken ineinander laufen. Am Rand kann sich ein dunkelbrauner Rand bilden, die aktive Zone der Infektion. Bei hoher Luftfeuchtigkeit erscheint ein dichtes, watteartiges, graues bis rosafarbenes Myzel. Die Regeneration der befallenen Flächen erfolgt aus der Mitte der Flecken heraus.

Vorbeugung und Behandlung:
· Ausgewogene Nährstoffversorgung mit viel Kalium- und niedriger Stickstoffgabe im Herbst.
· Optimale Arten- und Sortenwahl bei Einsaat oder Nachsaat
· Absammeln von Laub und Schnittgut
· Vermeidung von Kalkgaben im Herbst
· Reduzierung des Rasenfilzes
· Gründliches Vertikutieren infizierter Stellen im Frühjahr, um befallenes Material zu entfernen.


Hexenringe:


HexenringeHexenringe können sich in unterschiedlichen Formen zeigen. Ursache sind verschiedene Erreger. Allen gemeinsam ist, dass das Pilzmyzel sich im Boden ringförmig ausbreitet und die typischen Ringe hinterlässt. Besonders befallen werden ältere Rasenflächen, die verfilzt sind. Die Symptome: Hexenringe treten in drei verschiedenen Erscheinungsformen auf, die in Typen unterschieden werden. In der Regel lassen sich die drei Typen im Rasen leicht unterscheiden:

Typ 1:
bildet ein rundes kreisförmiges abgestorbenes Grasband mit meist zwei, nach innen und außen abgehenden, dunkelgrünen Randzonen aus

Typ 2:
zeigt keine Absterbeerscheinungen, dafür entwickelt sich ein dunkelgrüner Ring. Bei optimalen Bedingungen werden die typischen Fruchtkörper (Pilze) an der Rasenoberfläche sichtbar.

Typ 3:
bildet nur die kreisförmig angeordneten Fruchtkörper aus. Dunkelgrünfärbungen des Ringes sind nicht vorhanden. Wenn Absterbeerscheinungen der Gräser vorhanden sind, zeigen sie sich nur im inneren Bereich des Ringes.

Vorbeugung und Behandlung:
Einen Schutz vor Hexenringen gibt es nicht. Jedoch lässt sich durch eine entsprechende Rasenpflege das Entstehen bzw. die Ausbreitung stark reduzieren. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die Filzbekämpfung zu legen, da der Filz das ideale Nährmedium für die Hexenringerreger darstellt. Vertikutieren ist also angesagt. Beim Auftreten von Trockenstellen oder Absterberscheinungen hilft fast immer das zusätzliche, intensive Bewässern der befallenen Stellen. Hierzu werden die Flächen gelöchert (Grabegabel o.ä.) und anschließend durchdringend befeuchtet. Um das Wasser etwas flüssiger zu machen und das Myzel schneller zu durchfeuchten, kann man ihm auch etwas Wetting Agent (Benetzungsmittel) hinzufügen.

Bildquelle: commons.wikimedia.org / Thomas Pruß


Dollarspot:


DollarspotDollarspot oder Dollarflecken Krankheit: Die Dollarflecken-Krankheit wird von dem pilzlichen Erreger Sclerotinia homoeocarpa verursacht und bleicht die Blätter der Gräser aus, befällt jedoch nicht die Gräserwurzeln.

Symptome:
Je nach Schnitthöhe der Gräser bilden sich unterschiedlich große, scharf vom gesunden Rasen abgesetzte strohige, kleine runde Flecken. Auf tief geschnittenem Rasen haben die Flecken etwa die Größe einer Euro-Münze (Dollarspot). Steigt die Schnitthöhe, werden auch die Flecken größer. Die abgestorbenen Blätter nehmen eine hellgelbe, strohige Farbe an. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Tau kann man besonders morgens ein feines, weißes, spinnwebartiges Geflecht in diesen Vertiefungen erkennen. Es handelt sich um Myzel des aktiven Pilzes. Hohe Temperaturen am Tag (25 – 30° C) mit kühlen, taunassen Nächten erhöhen die Chance auf Befall; ebenso stark abgetrockneter Boden und hohe Luftfeuchtigkeit sowie Stickstoff- und Kaliummangel.

Vorbeugung und Behandlung:
Eine ausgewogene Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen, insbesondere Stickstoff sicherstellen. Ebenfalls zu empfehlen: Eine Extra-Kaliumgabe im Frühsommer zur Erhöhung der Widerstandskraft und der Stresstoleranz. Vermeiden Sie die Austrocknung des Bodens.

Bildquelle: commons.wikimedia.org


Moos:


rasenkrankheit_moosMoose sind kleine Pflanzen, viele von ihnen sind weniger als 2 cm lang und nur wenige länger als 20 cm. Die bekannten 16.000 Moosarten besitzen eine große Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten Standorte. Meistens bevorzugen sie feuchte, warme Gebiete. Die Vermehrung der Moose erfolgt über Sporen, die vom Moos über unterschiedliche Mechanismen weggeschleudert werden. Wenn man sich die natürlichen Vorkommen von Moos betrachtet, so sind die meisten Moose in Wäldern zu finden. Dort herrschen schattige und feuchte Bedingungen, also ideale Verhältnisse für das Überleben und die Ausbreitung von Moos. Auf Rasenflächen fördern folgende Bedingungen das Auftreten und Vermehren von Moos:

· Verdichtete Böden
· Staunässe im Boden
· Feuchte Bestände (Beregnung, Tau)
· Lichtmangel (Schatten)
· Nährstoffmangel
· Kahlstellen

Vorbeugung und Behandlung:
Grundsätzlich ist ein dichter, wüchsiger, gut ernährter und gesunder Rasen relativ resistent gegenüber Moos. Deshalb sollten alle Pflegemaßnahmen hierauf abzielen. Alle das Moos fördernden Umstände sind zu beseitigen oder zu korrigieren:

· Beseitigung von Bodenverdichtungen und Staunässe
· Bessere Luftzirkulation
· Restriktive Beregnung
· Beseitigung von Schatten (Bäume, Sträucher)
· Ausgewogene Ernährung der Gräser (Düngung)
· Lücken und Kahlstellen schnell nachsäen

Was tun, wenn das Moos da ist? Zur Beseitigung von bereits vorhandenem Moos sind entweder mechanische Maßnahmen oder chemische Maßnahmen geeignet.

Mechanische Maßnahmen:
Hierzu zählen insbesondere das Vertikutieren und Ausstechen. Bei lockeren Moosen und nicht allzu hohem Besatz werden durch die Vertikutierwerkzeuge die Moospolster aus dem Bestand herausgerissen. Sie müssen von der Fläche entfernt werden, da das Moos sonst leicht wieder anwächst. Anschließend wird der Rasen gut mit Stickstoff versorgt, damit er die entstandenen Lücken rasch schließt. Wenn das Wachstum der Gräser ausbleibt, ist die Gefahr sehr groß, dass das Moos schnell wiederkommt. Bei Lücken größer als eine Handfläche muss auf jeden Fall nachgesät werden.

Chemische Maßnahmen:
Es gibt im Markt sehr gut wirksame Produkte für die Moosbekämpfung auf Basis Eisensulfat. Diese sogenannten Moosvernichter enthalten in aller Regel noch zusätzliche Nährstoffe, insbesondere Stickstoff für die Rasengräser. Das Wirkungsprinzip ist sehr einfach: Durch das Eisensulfat wird das Moos verätzt. Es färbt sich schwarz und stirbt ab. Eine zusätzliche Ätzwirkung kann durch rasch wirkende Stickstoffformen (Ammoniumsulfat) erreicht werden. Wenn das Moos abgestorben ist, sollte es herausvertikutiert werden. Der Stickstoff sorgt für ein rasches Schließen der Narbe durch die Rasengräser. Größere Kahlstellen müssen auch in diesem Fall nachgesät werden. Mit der Nachsaat muss jedoch nach Einsatz eines Moosvernichters einige Wochen gewartet werden.

Bildquelle: commons.wikimedia.org / VerboseDreamer


Engerlinge:


rasenkrankheit_engerlingeVor allem auf leichteren Böden kommt es trotz intensiver Bewässerung zum Absterben der Grasnarbe. Die Ursache liegt darin, dass die Wurzeln abgefressen sind und der Rasen somit vertrocknet. Der Verursacher hierfür befindet sich im Boden, genauer gesagt direkt unter der Grasnarbe. Es handelt sich auffällig große Käferlarven. Diese Larven schädigen zum einen durch das Abfressen der Wurzeln, zum andern kann ein noch größerer Schaden aber durch Vögel verursacht werden, die den Rasen nach den Engerlingen durchwühlen.

Bekämpfung:
Es gibt derzeit keine zugelassenen Insektizide um Engerlinge zu bekämpfen. Die einzige legale Möglichkeit ist der Einsatz von Nematoden. Sollten Sie einen Befall mit Engerlingen feststellen, ist eine Behandlung unabdingbar. Die Engerlinge werden den Boden freiwillig nicht wieder verlassen, da sie sich dort vermehren. Sie können sich hierzu gerne an uns wenden.

Bildquelle: commons.wikimedia.org / Hedwig Storch